Datenbank

ÜBER

Die Datenbank gendercomics.net versammelt Comics aus dem deutschsprachigen Raum ohne zeitliche Begrenzung, die entlang folgender Fragen ausgewählt wurden: Ist der Comic im deutschsprachigen Raum erschienen? Werden schwerpunktmäßig Geschlechterkonzepte, Körpernormen und damit verbundene Fragestellungen verhandelt? Ist der Comic im Besonderen aufschlussreich für die Auseinandersetzung mit Gender? Werden Themen wie Sexualität und Begehren behandelt? Kommen andere intersektional/interdependent wirksamen Strukturkategorien, die in Wechselwirkung mit Geschlecht/Gender stehen, zum Tragen?

Die Auswahl der Comics erfolgte anhand umfassender Archiv-, Bibliotheks- und Online-Recherchen sowie auf Comic-Festivals/-Messen durch Susanne Hochreiter, Naomi Lobnig, Marina Rauchenbacher, Katharina Serles und Marlene van der Werf im Rahmen des vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts Visualitäten von Geschlecht in deutschsprachigen Comics (Grant-DOI: 10.55776/P31925).

Die Datenbank bietet ein Verzeichnis der ausgewählten Comics mit vollständigen bibliografischen Angaben sowie ein Schlagwortsystem, das an intersektionalen/interdependenten Fragen entlang entwickelt wurde. Die Datenbank kann mittels Volltextsuche durchsucht sowie nach einzelnen Kriterien (Comic, Person, Verlag, Schlagwort) gefiltert werden.

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FAQs

1. Wie ist die Datenbank aufgebaut?

Die Datenbank besteht aus zwei Teilen:

  • einem Verzeichnis der ausgewählten Comics mit vollständigen bibliografischen Angaben wie Titel, Namen der Künstler*innen, Verlag, Erscheinungsort und -jahr, etc.
  • einem System zur Beschlagwortung der Comics, das in thematische Cluster unterteilt ist, die in einem Glossar erläutert werden und mit weiterführender Literatur versehen sind.

2. Was ist verzeichnet?

Die Datenbank verzeichnet im deutschsprachigen Raum erschienene Comics, die für die Verhandlung von Geschlecht und damit korrelierenden intersektionalen/interdependenten Fragestellungen aufschlussreich sind. Es finden sich in der Datenbank nicht nur selbständige Verlagspublikationen, sondern auch Webcomics, Comic-Magazine, Comicreihen, Verlagsreihen, Anthologien und Publikationen im Eigenverlag.

3. Welchen Zeitraum deckt die Datenbank ab?

Die Datenbank versammelt Comics ohne zeitliche Begrenzung, d.h. unabhängig von ihrem Erscheinungsdatum, endet aber mit Ende der Projektfinanzierung im Herbst 2024.

4. Wie wurden die Comics ausgewählt?

Die Comics wurden anhand von Archiv-, Bibliotheks- und Onlinerecherchen sowie auf Comic-Festivals und -Messen anhand folgender Fragen ausgewählt: Ist der Comic im deutschsprachigen Raum erschienen? Werden schwerpunktmäßig Geschlechterkonzepte, Körpernormen und damit verbundene Fragestellungen verhandelt? Ist der Comic im Besonderen aufschlussreich für die Auseinandersetzung mit Gender? Werden Themen wie Sexualität und Begehren behandelt? Kommen andere intersektional/interdependent wirksamen Strukturkategorien, die in Wechselwirkung mit Geschlecht/Gender stehen, zum Tragen?

5. Wer hat die Comics ausgewählt?

Die Comics wurden vom Team des Projekts Visualitäten von Geschlecht in deutschsprachigen Comics, gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfond FWF, ausgewählt. Das waren von 2019 bis 2024 in unterschiedlichem Umfang und Beschäftigungsausmaß: Susanne Hochreiter, Naomi Lobnig, Marina Rauchenbacher, Katharina Serles und Marlene van der Werf.

6. Wie kann ich die Datenbank durchsuchen?

Die Datenbank bietet sowohl eine Volltextsuche als auch die Möglichkeit, gezielt nach bestimmten Kriterien (Comic, Person, Verlag und Schlagwort) zu filtern.

7. Was bedeuten die unterschiedlichen Rollenzuteilungen in der Datenbank?

  • Die Bezeichnung Creator bezieht sich auf jene Person oder Personengruppe, die für den gesamten Comic zuständig ist, das heißt alle Arbeitsschritte übernimmt. In diesem Fall handelt es sich um einen sogenannten Autor*innencomic bei dem die Beteiligten als Creators (ohne spezifische Rolle) ausgewiesen werden.
  • Der*die Artist (dt. Zeichnerin) ist jene Person, die – im Unterschied zur textbasierten Arbeit von Autorinnen – verantwortlich ist für die künstlerische Umsetzung und Ausarbeitung des Comics. Diese Rolle kann unterschiedliche Tätigkeitsbereiche umfassen.
  • Der*die Colorist (dt. Kolorist*in) ist dafür verantwortlich, die von Penciller und Inker gezeichneten schwarz-weißen Linien und Umrisse mit Farbe zu versehen. Die*der Flatter leistet wichtige Vorarbeit, insofern als die gezeichneten Objekte und Figuren großflächig mit Einzelfarben gefüllt werden, woran die Detailarbeit des*der Colorist anschließt. Beide Professionen werden in der Datenbank unter der Rolle Colorist zusammengefasst.
  • Unter Contributor (dt. Mitwirkende*r) sind verschiedene Sonderrollen, wie beispielsweise künstlerische Leitung, Charakter-Design und Redaktion, subsumiert.
  • Der*die Editor*in (dt. Herausgeber*in) ist für die Edition einer Anthologie oder einer Zeitschrift verantwortlich.
  • Die Arbeit des*der Inker schließt an jener des Penciller an; d.h. in diesem Produktionsschritt werden die vorgezeichneten Linien mit Tinte (engl. ink) nachgezeichnet und finalisiert. Das künstlerische Potential liegt in der spezifischen Auslegung der Linien, der Auswahl der Linienstärke und -dicke, der Korrektur von Fehlern etc. Zur Anwendung kommen Stifte oder Pinsel bzw. gibt es auch digital inking.
  • Der*die Letterer (dt. Schriftsetzer*in) hat die Verantwortung über die Schrift; dazu zählt beispielsweise die Auswahl der Schriftart, -größe und -stärke. In den Zuständigkeitsbereich eines*einer Letterer fällt die Ausarbeitung und Positionierung der Sprech- und Gedankenblasen sowie des Blocktextes in den Panels, aber auch Comic-Logo und Titel können seinem*ihrem Verantwortungsbereich obliegen (first page letterer). Gearbeitet wird sowohl mit herkömmlichen Stiften und Pinseln (handlettering) als mit entsprechenden Grafikprogrammen.
  • Der*die Penciller (dt. Vorzeichnerin) ist dafür zuständig, das Skript desder Comicschreibersin zu Papier zu bringen. Zu den Aufgaben eineseiner Penciller zählt unter anderem die Gestaltung des Panel-Layouts und des Settings bzw. Hintergrundes sowie die Platzierung und Ausarbeitung von Figuren und Objekten. Für diesen Arbeitsschritt können unterschiedliche Werkzeuge zur Anwendung kommen – von herkömmlichen Bleistiften bis hin zu digitalen Stiften. Auf dieser Arbeit bauen Inker und Colorist auf.
  • Der*die Writer (dt. Autor*in) schreibt das Comic-Skript, arbeitet den Handlungsverlauf, die Dialoge zwischen den Figuren, Ort- und Zeitangaben etc. aus.

8. Wie funktioniert das Schlagwortsystem?

Das Schlagwortsystem ist in vier Cluster gegliedert, die an intersektionalen/interdependenten Fragestellungen orientiert sind:

  • Geschlecht/Sexualität
  • Gesundheit/Krankheit/Dis_ability
  • Entwicklung/Identität
  • Macht/Gewalt

Jeder Cluster umfasst mehrere Schlagwörter, die zueinander in Beziehung gesetzt wurden und sich teilweise überschneiden, d.h. in mehreren Clustern vorkommen können. Die Datenbank stellt hierbei keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Abgeschlossenheit, sondern entwirft mit der Beschlagwortung der Comics erste Analyseansätze. Geplant ist die Beantragung eines Folgeprojekts, das auch spezifisch das Beschlagwortungssystem in den Blick nehmen wird.

9. Wie funktioniert das Glossar?

Das Glossar bietet eine Definition der einzelnen Cluster (inklusive zitierter und weiterführender Literatur) und darin zentraler Schlagwörter. Die einzelnen Cluster sind jeweils anhand eines Glossareintrages expliziert, der zentrale Schlagworte im größeren Forschungskontext reflektiert und der entsprechend mit den zugeordneten Begriffen verlinkt ist.

10. Steht die Datenbank für sich allein?

Verlinkt sind etwa die Websites von Verlagen, die wikidata-Objekte der Künstler*innen (wenn vorhanden, ersichtlich anhand der mehrstelligen Identifikationsnummer) sowie Online-Quellen von Webcomics. Im Hintergrund gewährleistete eine Verknüpfung mit der Deutschen Nationalbibliothek das Hochladen von zahlreichen Cover-Abbildungen.

11. Was sind die technischen Spezifika der Datenbank?

Die Datenbank ist mit MongoDB realisiert, welche über eine REST-API angesprochen werden kann. Diese API wird sowohl vom Datenbankeditor wie auch der Website verwendet, um auf die Daten zuzugreifen. Für Schreibzugriffe ist eine Authentifizierung und Autorisierung erforderlich, lesender Zugriff auf die Daten ist ohne Login möglich. Der Source Code für die REST-Schnittstelle ist in einem public repository bei Github gehostet. Betrieben wird die technische Infrastruktur in einem Cloud-Environment bei digitalocean und kann durch die Containerisierung modular erweitert bzw. auch bei anderen Cloud-Diensten bei Bedarf gehostet werden.

12. Wird die Datenbank aktualisiert?

Die Datenbank wurde zuletzt im August 2024 aktualisiert. Das Projektteam arbeitet an einem Folgeantrag, der unter anderem eine Erweiterung der Datenbank vorsieht.

13. Kann ich Ergänzungen anregen?

Ja, Anregungen und Vorschläge sind willkommen und können an contact@gendercomics.net gerichtet werden. Wir bitten allerdings um Verständnis, dass die Ressourcen für eine regelmäßige und umfangreiche Wartung der Datenbank von der weiterführenden Finanzierung abhängen.

14. Wo kann ich Fehler melden?

Fehler und Verbesserungsvorschläge können dem Projektteam über contact@gendercomics.net gemeldet werden. Zur Wartung der Datenbank siehe Fragen 12 und 13.

Fördergeber
FWF Der Wissenschaftsfonds
FWF
Institution
Universität Wien
Institut für GermanistikUNI
Nationale Forschungspartnerin
Evelyn Annuß
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
International Research Center Gender and Performativitymdw